Kommunikation an Bord

Am Besten geht’s im Team!

Einer der wichtigsten Faktoren bei einem medizinischen Vorfall ist die Kommunikation zwischen Flightdeck (Cockpit), Kabinenbesatzung und  Helfern / medizinischem Personal.

Die Koordination eines medizinischen Vorfalls obliegt immer der Kabinenbesatzung. Flugbegleiter haben ein fundiertes Wissen in den verschiedensten Bereichen von Not-/Zwischenfällen an Bord. Die Kommunikation ist der Schlüssel, um unerwartete Zwischenfälle erfolgreich zu meistern.

Kleine medizinische Vorfälle werden grundlegend innerhalb der Besatzung selbst gelöst. Bei anspruchsvolleren Vorfällen wird jedoch Unterstützung von Passagierseite in Anspruch genommen.

In so einem Fall kommt es zu einem Aufruf über die Lautsprecher der Kabine. Um dies zu vermeiden, ist es sehr hilfreich, wenn sich medizinisches Personal gleich beim Einsteigen als MED ON BOARD deklariert. So kann medizinisches Personal still und direkt um Hilfe gebeten werden, ohne Aufsehen zu verursachen.

Grundsätzlich werden alle Passagiere beim Einsteigen so weit wie möglich auf ihren Gesundheits- und Gemütszustand gecheckt, um spätere unangenehme Vorkommnisse zu vermeiden (Profiling).

Checkliste für den nächsten Flug:

  • MED ON BOARD Ausweis –> Beim Einsteigen vorweisen
  • Ansagen und Ausrufe der Besatzung bewusst wahrnehmen
  • Einblick in Checkliste der Bordapotheke
Handlungsbereich und Grenzen des Flugbegleiters während eines Notfalls:
  • Kommunikation zwischen Pilot und Arzt (bezüglich eventuell notwendiger Zwischenlandung)
  • Dokumentation (Medizinischer Report von Anbeginn an)
  • Heranbringen von verfügbarem medizinischem Equipment
  • Blutzucker- /Blutdruckmessung
  • Reanimation
  • Der Flugbegleiter darf KEINE Spritzen aufziehen oder verschreibungspflichtige Medikamente (Ampullen) raus suchen oder verabreichen

Unterstützung des Flugbegleiters ist immer zu Erwarten bei sprachlichen Barrieren, kulturellen Unterschieden und sonstiger Thematik wie z.B. optimale Lagerung des Patienten, Service Abbruch etc.

WICHTIG:

Viele medizinische Notwendigkeiten sind an Bord eines Flugzeuges nicht immer organisatorisch umsetzbar!

Bei Start und Landung MUSS aufgrund gesetzlicher Vorgaben die Kabinenbesatzung ihre vorgeschriebenen Sitzplätze einnehmen.

Gerne wird ein Ersatz eines freiwilligen Passagiers gesucht, sofern dies möglich ist.

Problematik der sozialen Medien bedenken, deshalb wird auf die Privatsphäre des erkrankten Passagiers großer Wert gelegt.

Jede Hilfe ist willkommen! Auch für die Besatzung zählt ein medizinischer Not- / Zwischenfall nicht zum Alltag.